Warum es gute Texte braucht, um in Erinnerung zu bleiben

Gute Texte für die Kundenkommunikation

Du kannst Dir ja gar nicht vorstellen, in welch ratlose Gesichter ich anfangs geblickt habe, als ich knapp vor Gründung meiner Erzählbar begonnen habe, Freund*innen und Verwandten von meiner Unternehmensidee zu erzählen. Ich habe von Strategien gesprochen, Kommunikationskonzepten und vielem mehr. Immer auch bemüht, die meist englischen Buzzwords nicht zu erwähnen – was nur noch mehr Verwirrung gestiftet hat, weil zumindest manche Ausdrücke, wie etwa „Storytelling“, halbwegs bekannt sind.

Aber dann habe ich meine Erzählstrategie geändert, angepasst daran, wer mir gerade zugehört hat und mich an ein paar grundsätzlichen Fragen orientiert:

  • Welches Vorwissen hat die Person über meine Arbeit und über meine Firma?
  • Welche Informationen sucht sie?
  • Welcher Aspekt meiner Arbeit interessiert sie am meisten?

Manchmal war es daher notwendig, meine bisherigen beruflichen Stationen ausführlicher zu erwähnen, um meine Erfahrung hervorzustreichen. Manchmal war es aber auch wichtig, Beispiele aus meinem Alltag, also best practices, zu schildern. So oder so habe ich – nach einiger Übung – schon mit meinen Einstiegssätzen so viel Interesse geweckt, dass die Person mir gegenüber mir zugehört hat, nachgefragt hat und – vor allem! – verstanden hat, was ich eigentlich mache.

Gute Texte fürs wirkungsvolles Marketing

Wir sprechen, schreiben, erzählen Tag für Tag, Stunde um Stunde. Egal, ob digital per Whatsapp, Instagram-Posting oder Video-Chat. Egal, ob per Brief, gedrucktem Flyer oder ganz ohne Hilfsmittel im direkten Gespräch. Unsere Kommunikation besteht zu einem guten Teil aus Text: Wir machen uns verständlich, wir transportieren Informationen, wir interagieren, wir erzählen unsere Geschichte.

Je besser der Text, desto verständlicher der Inhalt. Je verständlicher der Inhalt, desto eher bleibt man in Erinnerung. Je interessanter die Geschichte, umso häufiger wird sie weitererzählt.

Unabhängig davon, ob Du Dir täglich gute Texte für Instagram einfallen lassen willst oder die perfekte Weihnachtskarte formulieren möchtest: Es hilft Dir, wenn Du Dich an ein paar grundlegenden Punkten des Erzählens orientierst – und diese auf Deine täglichen Marketingmaßnahmen anwendest.

Um in Erinnerung zu bleiben.

Sei es das E-Mail an den Lieferanten, sei es das Posting auf Instagram, sei es die Postkarte mit Rabattangeboten für den Frühlingssale – Deine Texte schaffen Vertrauen, informieren, überzeugen und zahlen in Dein Marketing ein.

Die Merkfähigkeit erhöhen

„Geschichten erzählen ist eine der ältesten Formen des Wissenstransfers bzw. der Tradierung – wenn nicht die älteste schlechthin. Menschen merken sich Ereignisse einfach und gerne über Geschichten und mentale Bilder“, schreibt etwa Sabine Melnicki in ihrem Blog.

Denken wir an Geschichten, die uns leicht in Erinnerung geblieben sind: besonders spannend erzählte Serien etwa oder aber auch interessante Gründungsgeschichten. Wenn uns Unternehmer*innen davon erzählen, wann und wo oder aus welchem Anlass ihnen die Idee zur Gründung ihres Unternehmens eingefallen ist, macht uns das nicht nur die gesamte Produktwelt der Organisation nachvollziehbarer – wir merken uns auch die Geschichte leichter. Weil sie verständlich wird.

Die Spannung erhöhen

Für gute Texte braucht es daher eine Mischung aus Spannung, Konsequenz und Verständlichkeit. Menschen merken sich überraschende Wendungen innerhalb und lustige Pointen am Ende eines Textes. Sie bleiben dabei und lesen weiter, wenn sie der gesamte Text oder die Einstiegsfrage neugierig gemacht haben.

Wer konsequent die Geschichte seines Unternehmens erzählt, gewöhnt seine Zielgruppen an die Sprache, die Inhalte und die Informationen seines Geschäfts.

Und das schafft Vertrauen.

Authentizität ist eines dieser Schlüsselworte, die wir für erfolgreiches Marketing gerne bemühen. Und damit ist nicht gemeint, dass man täglich das eigene Mittagessen auf Social Media postet und viel zu viele Einblicke in sein Privatleben gewährt. Authentisch ist, wer offen und ehrlich kommuniziert. Wer Begeisterung zeigt. Wer hinter seiner*ihrer Idee und seinem*ihrem Produkt steht.

Die Verständlichkeit erhöhen

Die Wahl der passenden Wörter ist ebenso von großer Bedeutung für gute Texte. Solltest Du dazu neigen, sehr viele Fremdwörter zu verwenden oder häufig in Fachjargon zu kippen, kann Dir deine durchschnittliche Kundschaft, sofern sie nicht das gleiche Know how hat wie Du, schlichtweg nicht folgen.

Die wenigsten Kund*innen eines Installateurs wissen zum Beispiel, was ein Schnellentlüfter oder ein Dichtungssatz bei einer Gastherme leisten. Wer erklärt, welche Funktion diese Materialien haben, warum man sie regelmäßig überprüfen bzw. tauschen sollte, liefert damit auch die Erklärung für die jährliche Wartung einer Therme – und schafft somit Stammkunden, die einen jedes Jahr aufs Neue beauftragen.

Wenn die Inhaberin einer Vinothek zusätzlich zum guten Rotwein auch noch kleine Gourmet-Goodies empfiehlt – besondere Oliven von einer Agricultura aus der Toskana, frischen Panettone oder Käse aus französischer Produktion – und dabei auch noch einfließen lässt, wo sie diese Produkte erstmals entdeckt hat, dass sie die Produzent*innen persönlich kennengelernt hat und mit ihnen bereits seit Jahren zusammenarbeitet, gibt sie ihren Kund*innen mehr als nur den guten Geschmack auf der Zunge. Sie gibt ihnen eine gute Geschichte und das Vertrauen, die Herkunft der konsumierten Produkte zu kennen.

Stell Dir nun vor, die Kund*innen servieren den Rotwein und den französischen Käse ihren Gästen und erzählen die Herkunftsgeschichte weiter. Der Abend verläuft angenehm, Wein und Käse schmecken köstlich und bevor man sich verabschiedet, wird auch noch schnell die Vinothek weiterempfohlen.
Und schon hat die Vinothek hat ganz ohne zusätzlichen Werbeaufwand neue Kund*innen gewonnen.

Deine Sprache ist Deine Visitenkarte

Das Erzählen von Geschichten braucht Übung, gute Texte müssen immer wieder nachgeschärft und neu erprobt werden.

Wenn Du nach Inspiration suchst, um gute Texte zu schreiben, nähere Dich Deiner Unternehmenssprache für den Anfang aus zwei Perspektiven:

  1. Wie sprechen, erzählen, informieren sich Deine (bestehenden) Zielgruppen?
  2. Mit welchen Worten fällt es Dir leicht, über Dich und Dein Unternehmen zu sprechen?

Übung macht den Meister! Probier aus, worauf Deine Kund*innen, Deine Lieferant*innen und auch Deine Freund*innen positiv reagieren.

Immer und immer wieder.

Mit welcher Geschichte bleibt Dein Unternehmen in Erinnerung? Erzähl mir von Dir!


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Katharina Sabetzer ist seit mehr als 15 Jahren in der Kommunikationswelt tätig. Sie lebt und schreibt in Wien und in der Steiermark und ist Inhaberin der Kommunikationsberatung Erzählbar mit Sitz in Wien.

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